Die Übungsweise

Die Übungen werden verbal in klaren, kleinen Schritten auf der Basis der Eutonie-Prinzipien (s.u.) angeleitet. Fragen nach Körperempfindungen fördern die Achtsamkeit und die individuelle, bewusste Wahrnehmung. Es geht um das eigene Empfinden und das persönliche Erleben. In jedem Menschen kann sich auf der Basis seiner eigenen Erfahrung ein ihm angemessener Lernprozess entwickeln. Im Eutonieunterricht werden die Übenden ermutigt, dem eigenen Rhythmus zu folgen, die eigenen Möglichkeiten zu entdecken und zu entwickeln, die eigenen Grenzen auszuloten und zu achten. Selbstheilungskräfte können aktiviert werden und sich entfalten. Auf das Vormachen von Bewegungen, auf Suggestion und Stimulierung durch Musik wird verzichtet. Die Eutonie-Übenden werden durch wertneutrale Anleitungen angeregt sich in Ruhe und in Bewegung spürend wahrzunehmen. 

Aus Ansagen werden Fragen:

„Wie empfinden Sie die Temperatur Ihres Fußes?“ anstatt: „Spüren Sie die Wärme Ihres Fußes“.

„Wie fühlen Sie das Gewicht Ihres Armes?“ anstatt: „Ihr Arm ist schwer“.

„Wie fühlen Sie sich? Wie ist Ihnen zumute?“ anstatt: „Fühlen Sie die Ruhe in sich.“

Im Anschluss an angeleitete Übungen wird angeregt, eigenen Bewegungsimpulsen zu folgen, sie zu entdecken und die individuelle Bewegungsfreude wieder entstehen zu lassen z. B. in einem Strecken und Räkeln. Die Anleitung einer qualifizierten Eutonie-Pädagogin oder Eutonie-Therapeutin führt die Übenden zum Wahr – nehmen und An – nehmen, was gerade wahr ist und empfunden wird – in der Wirklichkeit dieses Augenblickes. Ziel jeder Eutonieeinheit ist die individuelle Regulierung des Tonus im gesamten Organismus. Die Eutonie-Methode fördert die Fähigkeit, Verantwortung für sich selbst und die eigene Gesundheit zu übernehmen. Die vielfältigen Anwendungsbereiche sind unten aufgeführt.


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