Die Eutonie-Prinzipien

Gerda Alexander entwickelte Übungsweisen, die immer neu kombi­niert und spielerisch variiert werden können. Es handelt sich dabei um verschiedene Aspekte unserer körperlichen Empfindungsfähigkeit, die einzeln fokussiert werden. Sie sind die Basis für den Eutonie-Unterricht und lassen sich auch jederzeit im Alltag anwenden - in einer Ruhelage ebenso wie in Bewe­gung.

 

Die Berührung

Durch vielfältige Anregung des Tastsinns verfeinern und vertiefen sich die Wahrnehmungen, die über die Haut erfahren werden. Ziel ist die Resensibilisierung der Oberflächensensibilität, sowie der Tiefensensibilität mit der Empfindung für die innere Knochenstruktur, für die Bewegungszusammenhänge oder auch Verhärtungen und Festigkeiten.

Durch das Üben mit dem Eutonie-Prinzip Berührung wird der eigene Körper in seiner Form und äußeren Begrenzung bewusster wahrgenommen. Dies reguliert die Spannungen über die Haut, baut Stress ab, gibt Sicherheit und stärkt das Gefühl für die eigene Identität.

Der Innenraum

Die Räumlichkeit und Weite des eigenen Körpers mit seinen inneren Strukturen wird durch Tasten und Erspüren bewusster.

Die Wahrnehmung in der Dreidimensionalität wirkt befreiend auf die Organe und das Zwerchfell, und fördert somit die Durchblutung und den natürlichen Atemfluss. Auch abgewehrte Emotionen können sich melden und Raum bekommen. Hier erklärt Barbara Seitz die Weite der Rippen und des Brustkorbs.

Der Kontakt

Mit dem Eutonie-Prinzip Kontakt wird die Aufmerksamkeit bewusst über die eigene Hautgrenze nach außen gerichtet. Diese Übungsweise wirkt lösend bei Verhärtungen und Festigkeiten im Muskel- und Fasziengewebe, hilft zum Ableiten von Spannungen und Reduzierung von Schmerz. Die Durchblutung und der Lymphfluss wird angeregt.

Es wird eine Beziehung zwischen sich selbst und der Außenwelt hergestellt. Das Eutonie-Prinzip Kontakt hilft, die eigenen Bedürfnisse nach Nähe und Distanz zu klären und das eigene Handeln und seine Auswirkungen bewusst zu erleben.

Der Transport

Unser Körpergewicht folgt der Schwerkraft. Ein fester Boden bietet Halt und Widerstand. Er gibt den Druck des Gewichtes zurück in den Körper. Diese Kraftübertragung (von Gerda Alexander „Transport“ genannt) wirkt aufrichtend durch die gesamte Skelettstruktur hindurch bis zum Scheitelpunkt.

Den Weg der Kraftübertragung durch das Skelett nannte Gerda Alexander Transportweg.

Eutonieübungen helfen, die Kraft des Widerstandes erlebbar zu machen und für Aufrichtung, Bewegung und Arbeit zu nutzen. Fehlhaltungen und überflüssige Muskelspannungen können aufgelöst werden, das Selbstvertrauen wird gestärkt.


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